06. September 2019

Müll vermeiden - was kann ich tun?

Habt ihr schon einmal darauf geachtet, was wir jeden Tag so alles wegwerfen? Jede Person in Deutschland produziert im Durchschnitt allein über 220kg Verpackungsmüll pro Jahr. Dabei sind die Ressourcen für die Herstellung von Plastik, Papier etc. sehr begrenzt. Es werden große Mengen an Wasser und Öl zur Herstellung von Kunststoffen verwendet. Oft landet Plastikmüll am Ende auch noch in der Umwelt, wo er mehrere Jahrzehnte braucht, um sich zu zersetzen. Wie können wir dafür sorgen, dass weniger Müll entsteht? Wir haben hier 5 Tipps für euch:

1. Schon beim Einkaufen Müll vermeiden.

Bevorzugt beim Einkaufen die Lebensmittel, die nicht in Plastik verpackt sind. In vielen Fällen ist das gar nicht so schwer: Nutzt Seifenstücke statt Flüssigseife, kauft loses Obst und Gemüse statt in Plastik verpacktes, usw.. Ihr fragt euch was diese kleinen Veränderungen in eurem Alltag überhaupt für einen Unterschied machen? Jede Entscheidung etwas zu kaufen oder nicht zu kaufen ist eine Botschaft von euch an die Firmen und Konzerne, die die Produke herstellen. Um möglichst unverpackt einzukaufen lohnt es sich oft auch einmal auf lokale Märkten zu gehen. Oder direkt auf dem Bauernhof einzukaufen. Damit unterstützt ihr gleichzeitig auch noch lokale Händler_innen statt großer Konzerne. Auch eine gute Idee: Einkaufstasche oder Rucksack mitnehmen, um beim Einkaufen nicht jedes Mal neue Tüten kaufen zu müssen. Oder sich eine Trinkflasche besorgen, und in Zukunft auf Wasser aus Plastikflaschen aus dem Supermarkt zu verzichten.

2. Weniger Lebensmittel wegwerfen.

Jeder Mensch in Deutschland wirft durchschnittlich mindestens 55 Kilo Lebensmittel pro Jahr weg. Ziemlich viel. Und das sind nur die Lebensmittel, die gekauft worden sind. Insgesamt werden nämlich nur die Hälfte aller produzierten Lebensmittel überhaupt gegessen. Brot vom Vortag? Nicht perfekt aussehendes Gemüse? Lebensmittel kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum? Vieles, was problemlos essbar wäre, wird weggeworfen, bevor es überhaupt verkauft wird. Eine gute Idee also, nur das zu kaufen, was tatsächlich verbraucht werden kann. Und denkt daran; das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt ein Minimum an - sonst hieße es ja "ab jetzt giftig"-Datum. Viele Lebensmittel lassen sich auch lange darüber hinaus noch genießen.

3. Upcycling statt wegwerfen.

Mit ein wenig Kreativität lassen sich fast alle Dinge noch weiter nutzen, anstatt sie wegzuwerfen. Kleidung, Möbel, Flaschen oder Verpackungen - fast alles lässt sich upcyclen. Dabei werden Materialien und Stoffe anders weiter genutzt und dabei aufgewertet. (Das ist der Unterschied zum Recycling.) In vielen Fällen könnt ihr das mit ein wenig handwerklichem Geschick sogar selbst machen. Alte Kleidung kann in Kissenbezüge verwandelt werden, aus alten Tetrapaks könnt ihr eine Geldbörse basteln... Mit relativ wenig Aufwand und noch weniger Kosten könnt ihr so aus alten Sachen neue entstehen lassen.

4. Trennt Müll und entsorgt ihn so, dass er möglichst recycelt werden kann.

Ihr habt nun aber Dinge, die sich beim besten Willen nicht upcyclen lassen? Dann entsorgt sie immerhin so, dass sie bestmöglich recycelt werden können. Das gilt besonders für Verpackungen aus Kunststoff und Metall. Durch deren Wiederverwertung können im Vergleich zur Neuproduktion Ressourcen und Energie eingespart werden. Glas solltet ihr im Glascontainer entsorgen. Darein gehören aber nicht: Keramik, Porzellan, Glühbirnen, Trinkgläser und Flachglas wie Fensterscheiben oder Spiegel. Informiert euch einfach einmal, wie Recycling in eurem Ort funktioniert und worauf ihr beim Trennen von Müll achten solltet. Übrigens: Elektrogeräte gehören nicht in den Müll. Funktionierende Geräte könnt ihr verkaufen, verschenken oder spenden. Selbst defekte Geräte könnt ihr noch verkaufen, weil die Einzelteile wieder verwertet werden können.

5. Macht mit bei einer Clean-Up Aktion und sensibilisiert auch Andere für das Thema.

Ihr seid noch nicht überzeugt, dass ihr durch Müllvermeidung und richtiges Recycling viel verändern könnt? Dann überlegt doch einmal, wie es aussähe, wenn all eure Freunde und Bekannten dabei mitmachen würden. Unmöglich? Wieso eigentlich? Am 21. September ist World Cleanup Day. Die Idee für diesen Tag stammt aus Estland, wo im Jahr 2008 50.000 Menschen gemeinsam Müll von öffentlichen Flächen sammelten. 11 Jahre später hat sich die einfache Idee zu einer globalen Bewegung mit Millionen von Freiwilligen weltweit entwickelt. Im vergangenen Jahr nahmen 18 Millionen Menschen in 157 Ländern an der Aktion teil. Insgesamt wurden so an einem Tag 88.500 Tonnen Abfall gesammelt. Müll wieder aufzusammeln, damit er entsorgt werden kann ist sicher keine nachhaltige Lösung für das Müllproblem, aber mit einer solchen Aktion sorgt ihr nicht nur zeitweise für ein kleines Stück saubere Natur - ihr könnt auch Andere auf das Thema aufmerksam machen. Schaut einfach mal nach, ob es in eurer Stadt bereits eine Gruppe gibt, die sich für Clean-Ups trifft. Das Cleanup Network vernetzt Initiativen, Organisationen und Vereine, die bei solchen Aktionen mitmachen, und bietet euch hier eine Übersicht über die verschiedenen Aktionen in ganz Deutschland.

Ihr findet das Thema spannend und möchtet euch weiter damit beschäftigen? Dann kontaktiert doch einfach unsere Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit! Die Gruppe ist ein Ort für alle, die sich zum Thema Nachhaltigkeit austauschen möchten oder auf der Suche nach Anregungen und Tipps für nachhaltigeres Leben und Arbeiten sind.

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