20. September 2010

Ferienbetreuung für Kinder in Évora (Portugal)

So, knapp drei Woche ist es jetzt her, dass ich aus dem schönen Évora, welches sich circa 130km östlich von Lissabon befindet, heimgekehrt bin und noch immer werde ich traurig, wenn ich an diese vierzehn Tage zurückdenke. Nicht weil es nicht schön war, sondern weil ich einfach alles vermisse … die Leute (sowohl Workcampteilnehmenden als auch Campleitungen), das Wetter, diese schöne Stadt (Évoras historische Innenstadt ist 1986 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen worden!),das internationale Zusammenleben … und auch dieser „Easy-Going-Spirit“ im Workcamp hat mich fasziniert.

Ankunft in Évora

Am 16. August bin ich als einer der Letzten im Headquarter der Organisation angekommen und wurde herzlich empfangen. Anschließend wurde mir unser Zimmer gezeigt und danach ging es auch schon gleich los: ein Volleyballspiel, Erklärungen für den Umgang mit der Ausrüstung für die folgenden zwei Wochen, Abendessen, Durchsprechen des Programmes und bis spät in die Nacht diverse, lustige Kennenlernspiele und tolle Unterhaltungen mit den anderen Freiwilligen. Die Campleitungen waren supernett, haben uns gleich das Gefühl gegeben dort ganz zuhause zu sein und haben mehr als Freunde, als „Aufpassende“ agiert, was die Gruppe auch noch mehr zusammenwachsen ließ.

Das Arbeitsprojekt

Unsere Arbeit bestand darin, ein Ferienprogramm für Kinder an verschiedenen öffentlichen Plätzen zu organisieren. Konkret heißt das; wir sind mit einem kleinen Bus, vollgepackt mit unserem Equipment (Pfeile und Bögen, Volleyballnetz, kleine Hüpfburg, Wasserball, Fußballtore usw.) zu verschiedenen Orten in der Umgebung (meistens Freibäder) gefahren und haben dort mit Kindern gespielt, ihnen gezeigt wie man mit dem Bogen umzugehen hat, auf sie aufgepasst und dabei jede Menge Spaß gehabt. Das Tolle war, dass alle Workcampteilnehmenden (eine Gruppe mit 15 Leuten aus Russland, Türkei, Japan, Südkorea, Kroatien, Spanien, Frankreich und Polen) mal mit jedem anderen zusammen an einer Station war oder etwas gemacht haben, da sich alle so gut untereinander verstanden haben. Insgesamt war die Arbeit sehr abwechslungsreich. Wir hatten manchmal mit ganz kleinen Kindern zu tun, manchmal haben wir aber auch mit gleichaltrigen jungen Portugiesen und Portugiesinnen ein Volleyballmatch gespielt und hatten dabei so viel Spaß, dass man es kaum als Arbeit bezeichnen konnte.

Die Gastfreundschaft der Portugiesen

Ich kann mich auch noch gut an den einen Tag erinnern, an dem wir auf dem Pausenhof einer Schule in mitten eines kleinen Dorfes arbeiten sollten. Da es so heiß war sind nur wenige Kinder erschienen, weil man es – im Gegensatz zu in den Freibädern - wirklich nicht lange in der Sonne aushalten konnte. Plötzlich kamen einige Bewohner_innen des Dorfes, brachten Essen mit und kurze Zeit später saßen wir mit ihnen zusammen in einem Raum der Schule. Es wurde Musik mit Gitarre und Akkordeon gespielt und gesungen. Immer wieder hat mich diese Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Gemeinde erstaunt und gefreut.

Workcamp-Freizeit

Auch das Freitzeitprogramm war einfach nur mega! Wir hatten zwei oder drei ganz arbeitsfreie Tage; an dem einen sind wir an atlantischen Ozean gefahren (super Tag!!!) und an dem anderen waren wir an einem See Wildcampen: Lagerfeuer, Gitarre, Sternenhimmel, intensive Gespräche, Kajakfahren auf dem See, gemeinsames Sonnenaufganganschauen  - zumindest für diejenigen, die noch wach waren...
Ansonsten haben wir zusammen Sport gemacht, hatten ein internationales Essen, waren abends in kleinen Bars Évoras unterwegs, auf einem Konzert, einem portugiesischem Fest, einem (unblutigen) Stierkampf (geteilte Meinungen hierüber), haben verschiedene Sehenswürdigkeiten der Umgebung (z.B. eine Korkfabrik und den Diana-Tempel in Évora) und hatten diverse Wasserschlachten durch das ganze Workcamp-Headquarter.

Mein Fazit

Wie man vielleicht schon aus meinem Bericht heraushören kann, war/bin ich von dieser Zeit in Portugal hellauf begeistert und kann jedem – zumindest aus den Erfahrungen heraus, die ich gemacht hab – wärmstens empfehlen mal das Abenteuer Workcamp zu wagen. Zurück bleiben nämlich tolle Erinnerungen, neue Erfahrungen und Freund_innen aus aller Welt.

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