31. August 2015

Workcamp in Virtsu Sadam (Estland)

2 Wochen im Nirgendwo? Mit Menschen die ich noch nie gesehen hab? Einfach auf gut Glück losfahren und hoffen irgendwo anzukommen und aufgenommen zu werden? Eine schöne Zeit erleben? Und sich gleichzeitig nützlich fühlen? So kann man wohl am Besten die 10 Tage die ich in Estland verbrachte zusammenfassen.

Auf nach Estland

Ende August – eigentlich die perfekte Reisezeit: Nebensaison aber trotzdem noch die Möglichkeit auf Sonne – flog ich los nach Tallinn um dann weiter nach Virtsu Sadam zu reisen. Nachts um 22 Uhr, bei vollkommener Dunkelheit kam ich an dem kleinen Hafen an. Dort wurde ich glücklicherweise abgeholt, mein Campleiter wartete schon. Mit ihm und 10 weiteren Personen verbrachte ich die nächsten 5 Tage auf einem Bauernhof.

Umweltschutz mitten in der Natur

Wir hatten ein eigenes Haus mit Sauna zur Verfügung die wir auch gut nutzten. Auch das Arbeiten lief gut, trotz des nicht so guten Wetters. Wir sollten eine Kulturlandschaft in ihren ursprünglichen Zustand zurück versetzen und verhindern, dass der böse Wacholder alles zuwuchert. Als Gruppe in der Einöde wuchsen wir gut zusammen. Obwohl wir von überall her kamen, saßen wir auch nach der Arbeit noch immer zusammen, haben gemalt, gelesen, viel Karten gespielt und waren in der Umgebung unterwegs. Unser Campleiter konnte uns sehr viel zeigen und wusste viel über die Umgebung und die Natur – insofern gut, da unser Projekt im Bereich Umweltschutz angesiedelt war.

Auf Vormsi

Den zweiten Teil meines Workcamps verbrachten wir auf einer 400-Personen Insel vor der Westküste Estlands: auf Vormsi. Wunderschöne Landschaft, weite Wälder, eine schöne Küstenlandschaft und eine sehr schützenswerte Vegetation mit seltenen Pflanzen und Tieren erwarteten uns. Auch hier mussten wir gegen den alles überwuchernden Wacholder und die gemeine Pinie vorgehen und die Natur retten!

Unsere Freizeit

Wenn wir nicht heldenhaft in der Natur aktiv waren unternahmen wir Ausflüge in die Umgebung, zum Beispiel wanderten wir durch einen echten Märchenwald, wir kletterten in eine Ruine, gingen an den Strand wo wir einen der schönsten Sonnenuntergänge ever sahen, testeten Beeren, geocachten oder paddelten sogar mit einem Kayak auf dem offenen Meer.

Mein Fazit

Der zweite Teil des Workcamps gefiel mir sogar noch besser als der Erste. Wahrscheinlich weil wir mittlerweile schon als Gruppe zusammen gewachsen waren, viel die Sauna nutzten und weil bei mir richtig die Urlaubsstimmung aufkam, abgeschnitten von der Welt, ohne Internet und ohne Handy, nur mit netten Leuten und leckerem Essen. Stimmt, nicht zu vergessen: wir wurden sogar bekocht! Rundherum glücklich, zufrieden und erholt kam ich dann auch nach 2 Wochen (ich verbrachte im Anschluss noch ein paar Tage mit einigen der Freiwilligen aus meiner Gruppe in Tartu und Tallinn) wieder in Deutschland an. Eine tolle Erfahrung, die ich nur jedem wärmstens ans Herz legen kann, wenn man ein kleines Abenteuer wagen möchte. Wir hatten nämlich weder ein richtiges Klo, noch eine richtige Dusche – wie früher!

Lisa (21, Freiwillige)

ABENTEUER GALERIE