14. August 2011

Zwei Wochen in Ulaanbataar (Mongolei)

Mongolei ... was fällt mir zu diesem Land ein?

Kälte, schier endlose Weite, Asien, nahe bei Mutter Russland, Chingis Khan ... ein Klick auf Wiki verschafft Abhilfe. Wer sich entschließt, diesem Land einen Besuch im Winter abzustatten, sollte sich warm anziehen. Zum einen ist es hundekalt. Durch die trockene Luft fühlt es sich ungefähr 10°C wärmer an, was bei minus 30°C aber kein wirklicher Trost ist. Zum anderen, die Jahreszeit ist hier weniger entscheidend, sind die Flugtickets nicht ganz preiswert. Wenn du dennoch wissen möchtest, warum es lohnenswert ist an einem Workcamp von „Mongolian workcamp exchange“ (MCE) teilzunehmen, dann solltest du hier weiterlesen.

Ein Workcamp in der Mongolei bietet dir nicht nur die Chance deine sozialen und sprachlichen Fähigkeiten zu entwickeln, auch das Kennenlernen von Land und Leuten gehört zum festen Bestandteil der Projekte. Zusammen mit den anderen Freiwilligen haben wir für zwei Wochen jeweils drei Stunden am Nachmittag Kindern die Möglichkeit gegeben ihre Englischkenntnisse mit uns zu auszuprobieren. Wie? Auf dem Tagesprogramm standen Singen, Spielen und Vermitteln von Dingen, welche sie später einmal gebrauchen könnten, also Erste Hilfe, einen Stadtplan lesen und anhand dessen einen Weg beschreiben oder ein Telefonat führen. Alles in englischer Sprache.

Wir selbst lernten dabei vor allem durch das Erklären der Spiele und Aufgaben, die wir im Vorfeld erarbeitet hatten.

Je nachdem, wie deine Mitstreiter_innen drauf sind, wie engagiert sie sind, wie viel Erfahrung sie mitbringen, wie teamfähig sie sind und wie gut sie kommunizieren können, kannst du dich womöglich schnell in der Rolle der Moderator_in wiederfinden. Wie soll der nächste Tag aussehen, was ist geplant und wie ist es bisher gelaufen? Was war besonders gut und was hätte besser laufen können? Von der Workcampleitung ist uns dabei viel Freiraum gelassen worden. Ideen waren gefragt, jeden Tag aufs Neue, denn die Aufmerksamkeit von etwa 15 quirligen Kindern im Alter von 10 bis 15 Jahren zu bekommen, ist für den pädagogisch wenig Geübten nicht immer einfach. Wenn es funktioniert, ist es dafür umso mehr eine tolle Erfahrung und am Ende der 14 Tage sind wir nur schweren Herzens wieder gegangen.

Genauso ungern habe ich mich von UB, wie die Hauptstadt Ulaanbataar genannt wird, und der Mongolei wieder verabschieden können.

Wir wohnten zusammen mit zwei einheimischen Mädchen in einem Apartment im Herzen von UB, dem Zentrum des Landes. Ein Drittel der etwa 3 Mio. Mongolen lebt in dieser eigenwilligen Stadt mit jeder Menge Pubs, Karaokebars und Nightclubs. Vorsicht ist beim Überqueren der Straße und vor Taschendieben (soll es geben, uns ist aber nicht abhanden gekommen) geboten. Auf dem Lande wohnt hingegen kaum jemand, dort wird dann auch eher Pferd oder Kamel geritten als SUV gefahren. Ein Besuch lohnt sich. Ich hatte zweimal die Gelegenheit bei Einheimischen in den traditionellen mongolischen Zelten, „Ger“ genannt, zu übernachten. Menschen mit wenig materiellem Besitz und einem rauen Alltag, die obendrein sehr gastfreundlich sind und mir Einblicke in das frühere Leben der Mongolen gewährten. Nomadentum, Schamanismus, die Khans, Buddhismus, „socialism period“ und die neue demokratische Mongolei, dieses Land bietet eine abwechslungsreiche Geschichte und gleichzeitig dir die Möglichkeit, deine Freizeit sinnvoll zu gestalten.

Tobias (27, Freiwilliger)

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