10. September 2019

Operation Clean Beach in Rømø (Dänemark)

Im Workcamp 'Operation Clean Beach' auf der Insel Rømø ging es - wie der Name schon andeutet - zwei Wochen lang darum, den Strand von Müll zu befreien.

Das Workcamp hat einerseits örtlich und zeitlich sehr gut in meine Reisepläne gepasst. Andererseits wollte ich aber ich schon seit ich jünger war immer einmal an einer Strandreinigung teilnehmen. Da mein Heimatland Österreich aber (leider) keinen Meerzugang hat, waren die Möglichkeiten dazu zu Hause natürlich begrenzt. Ich habe dann einmal an einer Waldreinigung über den Alpenverein teilgenommen, aber eine Strandreinigung stand immer noch auf meiner Liste. Man sieht Fotos von verschmutzten Meeren und Stränden mittlerweile ja fast täglich im Internet. Einen Strand aufzuräumen gab mir das Gefühl neben der täglichen Müllvermeidung etwas zur Verbesserung dieses weltweiten Problems beizutragen.

Die Arbeit war sehr cool und gut organisiert. Wir sind in den Küstengebieten herumgelaufen, alle jeweils mit einem recycelten Müllsack, Handschuhen und so einem Greifarm augerüstet. Zusätzlich hatten wir ein kleines Fahrzeug, vergleichbar mit einem geländetauglichen Golfkart, um unsere Rucksäcke und weitere Müllsäcke zu transportieren. Wir sind dann alle vom selben Punkt aus in eine Richtung losgegangen und haben uns verteilt, um eine größere Fläche abzudecken.

Der Müll, den wir gefunden haben, reichte von den erwarteten Plastik- und Glasflaschen über Zahnbürsten, Autoreifen bis hin zu Schuhen und vielen weiteren kleinen und größeren Dingen. Müll, der entweder von Menschen liegen gelassen wurde, oder von Wind und Wasser an den Strand gebracht wurde. Zu meiner Überraschung gab es aber noch eine andere Art von Müll in sehr großen Mengen: Fischernetze, Schnüre und Taue.

Meist sah man zuerst nur einen kleinen Strang Seil aus dem Boden ragen. Sobald man daran zog, bemerkte man dann, dass der größte Teil einfach schon vom Sand begraben war. Zum Teil waren richtig große Fischernetze dabei. Überraschend war für mich vor allem auch, dass wir noch immer einige Hundert Meter und weiter vom Strand und Meer entfernt Netze fanden. War ein Müllsack voll (was sehr schnell passierte), haben wir ihn verschlossen und mit den anderen vollen Säcken gesammelt. Größere Funde haben wir dazugelegt. Nach uns sind dann die Ranger von Rømø mit einem Anhänger die Strecke abgefahren, haben unsere Säcke aufgesammelt und sie zum Recyclinghof gebracht.

In unserer Freizeit haben wir sehr viele Spiele gespielt, draußen und drinnen und viel über unsere unterschiedlichen Sprachen geredet.

Wir waren auch oft am Strand, einmal sind wir sogar schwimmen gegangen (ja, es gibt Sommer in Dänemark!) und haben Minigolf gespielt. Geliehene Fahrräder für die ganze Gruppe machten die Freizeitgestaltung sehr einfach. Wir hatten sehr viel Glück mit dem Wetter: der dänische Sommer bietet - zum Glück - keine 40 Grad wie in Frankreich oder Spanien, aber es war warm und zum Teil sogar sonnig. Außer am letzten Arbeitstag sind wir auch immer trocken geblieben. Oh, und wir haben neben dem ganzen Müll auch eine Flaschenpost aus den Niederlanden gefunden.

Patricia (23, IBG-Freiwillige)

ABENTEUER GALERIE