10. Juni 2026

Gemeinschaftsgärten, Biodiversität und Umweltbildung - Freiwilligendienst in Luxemburg

Romain ist seit Herbst 2025 in Luxemburg und engagiert sich als Freiwilliger über das Europäische Solidaritätskorps bei CELL, einem Verein, der die Transition-Bewegung in Luxemburg vorantreibt. CELL unterstützt Initiativen, die sich für sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Wandel einsetzen: Gemeinschaftsgärten, Repair-Cafés, Klimakonferenzen, Energiegenossenschaften …

Was Romain bisher erlebt hat, beschreibt er hier für euch:

"Gemeinschaftsgärten, Biodiversität und Umweltbildung: Ein "kurzer" Überblick ...

November

Schon am ersten Tag meines Volontariats konnte ich gemeinsam mit anderen Freiwilligen rund 700 Bäume und Sträucher pflanzen, um neue Hecken in Luxemburg anzulegen und die Biodiversität zu fördern.

Dezember

Kurz darauf fand auch das jährliche Forum der Gemeinschaftsgärten statt, welches ich mit organisiert hatte. Dort kamen verschiedene Gemeinschaftsgärten zusammen, um aktuelle Herausforderungen zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Lösungsansätze zu entwickeln. Ich hatte dabei die Möglichkeit, einen thematischen Diskussionstisch zu moderieren. 

Im Dezember fand ebenfalls mein On-Arrival-Training statt. Ich konnte viele andere Freiwillige kennenlernen und konnte viel über das Freiwilligenprogramm lernen. Der interkulturelle Austausch war sehr interessant!

Januar

Im Januar standen mehrere Saatgut-Eintütungsworkshops auf dem Programm. Gemeinsam mit Freiwilligen bereiteten wir lokales Saatgut für die Weitergabe vor. Dabei wurde das Saatgut je nach Art gezählt oder gewogen, um die passenden Mengen für die Tütchen zu erhalten.

Februar

Dort hatte ich größtenteils viele kleinere Aufgaben, habe mich viel mit der Internetseite befasst und auch mit anderen Partnern das Projekt „Multiply Diversity!“ initiiert. Ein Projekt, das den Zweck hat, Gemeinschaftsgärten zu erklären, wie man Saatgut produziert.

März

Anschließend fanden verschiedene Saatgutbörsen statt, welche durch eine Präsentation zum Thema „Saatgut – Was essen wir morgen?“ ergänzt wurden.
Im Vorhinein hatte ich sogar eine kleine Karte gebastelt, um unsere zukünftigen Events auf einer Karte darzustellen (siehe Foto).
Im März hatte ich ebenfalls die Gelegenheit, an einer zweieinhalbtägigen Einführung in die Permakultur in Frankreich teilzunehmen. Die Ausbildung war sehr lehrreich und gab mir viele neue Ideen und praktische Kenntnisse für meine Arbeit, aber auch für meinen zukünftigen Garten.

April

Ein wichtiger Teil meines Volontariats ist die Zusammenarbeit mit Gemeinschaftsgärten. Dabei unterstütze ich unter anderem einen Waldgarten (Food Forest), welcher super interessant ist, da ich bis zu dem Zeitpunkt noch nie mit so einem Food Forest in Kontakt gekommen war.

Durch das Projekt „Multiply Diversity!“ besuche ich auch öfter Gemeinschaftsgärten und stelle ihnen Pflanzen oder Saatgut zur Verfügung. Wenn nötig, pflanze ich alles mit ihnen ein. Parallel dazu gibt es über das Jahr verteilt verschiedene Workshops, die die verschiedenen Phasen der Saatgutgewinnung präsentieren. Dazu erstelle ich auch technische Informationsblätter für die Gemeinschaftsgärten. Natürlich alles mit Hilfe von SEED asbl, die mehr Erfahrung haben. Ich bringe meine Zeit und botanischen/ökologischen Kompetenzen mit ein! Das Projekt läuft noch bis November!

Im April habe ich ebenfalls die Gelegenheit bekommen, an einem Erasmus+-Programm teilzunehmen (hatte natürlich frei bekommen dafür), welches in Italien stattfand und über Green Educational Spaces ging. Es war eine super lehrreiche Erfahrung und hat auch zur persönlichen Weiterentwicklung beigetragen. Ich konnte viele verschiedene Menschen kennenlernen, die aber irgendwie auch sehr ähnlich und gleichgesinnt waren.

Zu meinen Aufgaben gehören außerdem verschiedene Workshops und Veranstaltungen rund um Biodiversität und Umweltbildung. Im Rahmen der City Nature Challenge und der 48 Stunden der urbanen Landwirtschaft haben wir Aktivitäten zur Beobachtung und Dokumentation von Pflanzen, Tieren und Bestäubern organisiert. Mithilfe einer App (iNaturalist) konnten Bürgerinnen und Bürger aktiv zur Erfassung der lokalen Biodiversität beitragen.

Mai

Als persönliches Projekt habe ich mir vorgenommen, Hochbeete für Eisenborn zu bauen (da, wo ich mit anderen Volunteers lebe). Das Projekt befindet sich derzeit noch in der Umsetzung: Erste Pflanzen wurden bereits vorgezogen, während die Hochbeete aus Paletten schrittweise aufgebaut werden.

Sonstiges

Auch außerhalb meiner Freiwilligenarbeit konnte ich viele neue Erfahrungen sammeln. Dank des Kulturpasses habe ich beispielsweise reduzierte Tanzkurse besucht und mit Solo Jazz sowie Lindy Hop begonnen. Außerdem habe ich viel Zeit mit Kochen und Backen verbracht, oft gemeinsam mit meinen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern. Durch Treffen mit anderen Freiwilligen in Luxemburg konnte ich zudem viele neue Kontakte knüpfen.

Insgesamt ist mein Volontariat bisher eine super Erfahrung. Wie ich es schon bei meinem Mid-Term-Training auf meinem Filmposter geschrieben hatte: Es ist eine 6/5-Sterne-Erfahrung. Ich lerne jeden Tag Neues, kann aktiv zu spannenden Projekten beitragen und habe gleichzeitig viele Möglichkeiten, mich auch persönlich weiterzuentwickeln. Romain"

Europäisches Solidaritätskorps

Wenn euch Romains Bericht inspiriert, selbst einmal ein paar Monate im Ausland zu verbringen, schaut euch doch einmal weitere Projekte unserer Partnerorganisationen an: Über das Europäische Solidaritätskorps (ESK) kannst du dich für Freiwilligenteams oder auch für längere Freiwilligeneinsätze im europäischen Ausland bewerben. Es gibt dabei eine Altersgrenze von 18 bis 30 Jahren und es sind zusätzlich zur Anmeldung bei uns oder einer anderen Organisation noch einige Schritte vor und nach dem Projekt zu erledigen. Mehr Infos zum ESK findest du hier.

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