11. Oktober 2019

Wieso freiwillig arbeiten? 9 Dinge, die du in einem Workcamp lernen kannst

Warum an einem Workcamp teilnehmen? Klar, weil du damit ein sinnvolles Projekt unterstützt. Und gleichzeitig neue Leute, neue Länder und neue Kulturen kennen lernen kannst und dabei auch noch Spaß hast. Neben den Fertigkeiten, die du beim Arbeitsprojekt mitnimmst, gibt es aber noch eine Reihe weiterer Dinge, die du durch dein freiwilliges Engagement lernen kannst. Wir haben unsere bisherigen Freiwilligen gefragt, was sie in ihren Camps gelernt haben.

1. Teamwork

Du engagierst dich in einem Workcamp im Team für ein gemeinsames Projekt, packst mit den anderen Freiwilligen der Gruppe beim Arbeiten an und arbeitest dabei zusammen mit Menschen, die du gerade erst kennen gelernt hast. Das Zusammenarbeiten in internationalen Teams, das für viele von uns auch irgendwann bei der Arbeit einmal wichtig ist, lässt sich in Workcamps super üben.

2. Eigeninitiative and aktive Teilhabe

Allein dass du dich für ein Workcamp angemeldet hast, zeigt, dass du Lust hast dich zu engagieren. Aber auch während des Workcamps sind deine Meinung und deine Eigeninitiative oft gefragt. Du lernst, dich in Diskussionen und Entscheidungsprozesse einzubringen und eigene Ideen umzusetzen (oder zu verwerfen). Und erfährst dabei, wie du durch kleine Aktionen und Projekte unsere Gesellschaft aktiv mit gestalten kannst.

3. Offenheit und Respekt für andere Meinungen und Kulturen

Freiwillige mit den unterschiedlichsten Hintergründen kommen bei einem Workcamp zusammen. Ihr teilt den Alltag, die Unterkunft und erkundet in der Freizeit gemeinsam die Umgebung. Einige Lebensgeschichten, die du dabei kennen lernst, sind dir vielleicht komplett fremd. Die Zeit in der internationalen Gruppe ist eine tolle Möglichkeit, andere Meinungen und Kulturen besser kennen zu lernen und einen Einblick in das Leben von Menschen zu erhalten, die du sonst wahrscheinlich nie getroffen hättest.

4. Fremdsprachenkenntnisse

Ein Workcamp ist deine Chance das, was du im Englischunterricht gelernt hast, praktisch auszuprobieren. Und ganz nebenbei beim gemeinsamen Kochen und Arbeiten weitere nützliche Worte und Ausdrücke für den Alltag zu lernen. Vielleicht schaffst du es sogar, dir die wichtigsten Vokabeln in den Sprachen deiner Mit-Workcamper_innen zu merken. 안녕하세요 wie man in Korea sagt.

5. Kommunikationsfähigkeiten

Zur Kommunikation gehört nicht nur die Sprache. Genauso wichtig wie das was du sagst, ist die Art wie du es sagst. Im Workcamp kannst du ganz verschiedene Arten sich auszudrücken und zu diskutieren kennen und verstehen lernen. Vielleicht wirst du auch feststellen, dass die (ziemlich typisch deutsche) Art Kritik oder Wünsche ganz direkt anzusprechen gar nicht für alle selbstverständlich ist.

6. Organisationsfähigkeit

Mit der Teilnahme an einem internationalen Workcamp hast du es nicht nur geschafft, selbstständig in ein (dir vorher vielleicht unbekanntes) anderes Land zu reisen. Auch während des Camps wollen Arbeit und Freizeit gemeinsam organisiert werden. Angefangen also von der eigenen Anreise und der dazugehörigen Planung, bis hin zum Zeitmanagement, wenn du an einem Tag dafür zuständig bist, für die ganze Gruppe zu kochen - deine Organisationsfähigkeiten kannst du in einem Workcamp auf jeden Fall stärken.

7. Kreativität

Kein Workcamp ohne unerwartete Planänderungen. Sei es der überraschende Wetterumschwung bei der Arbeit draußen, die ungenießbaren Nudeln beim ersten Kochversuch der Gruppe oder die spontane Geburtstagsparty für eine_n deiner Co-Workcamper_innen - wo viele unterschiedliche Menschen zusammen kommen, entsteht auch immer etwas Chaos. Und Chaos bietet bekanntlich die perfekte Möglichkeit, kreativ zu werden. Im Workcamp kannst du deswegen lernen, wie viel Spaß Improvisation machen kann, dass Umwege oft zu den besten Orten führen und dass man auch aus einer leeren Cornflakes-Packung ein super Partyspiel entwickeln kann.

8. Verantwortungsbewusstsein

Ein Workcamp ist keine Kinderfreizeit, bei der sich Betreuer_innen um alles kümmern. Jedes Workcamp hat zwar eine oder mehrere Gruppenleitungen - die Verantwortung für das Arbeitsprojekt und die Gestaltung des gemeinsamen Lebens liegt aber bei allen Freiwilligen gemeinsam. Bring dich also mit ein, schau aktiv, wo gerade Unterstützung gebraucht wird, und lerne so Verantwortung zu übernehmen.

9. Lernen lernen

Jedes Workcamp ist anders und jede Gruppe bietet eine neue Erfahrung. Das, was du aber in jedem Projekt aufs Neue mitnehmen kannst, ist Neugier und die Lust, mehr zu lernen. Auch das ist ein Stück weit Übungssache; du wirst mit der Zeit feststellen, in welcher Rolle du dich in einer Gruppe am wohlsten fühlst, was du beitragen kannst und was du dir von anderen noch abgucken möchtest.

Haben wir noch etwas vergessen? Was hast du in deinem Workcamp gelernt? Schreib uns gerne, um von deiner Erfahrung zu berichten!

Bei unseren Auswertungsseminaren nutzen wir I'VE, ein System, das 2015 im Rahmen eines strategischen Erasmus+ Projekts entwickelt wurde. I'VE ermöglicht es Workcamp-Organisationen, die Dimensionen informellen Lernens und die durch Workcamps gewonnenen Kompetenzen gemeinsam mit den Freiwilligen zu analysieren. Mehr Infos zu I'VE gibt es hier.

 

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